Was ist Ju-Jutsu?

Um zu verstehen, was modernes Ju-Jutsu ausmacht, lohnt sich ein Blick in die Entstehungsgeschichte der asiatischen Kampfkünste und ihre Weiterentwicklung in Deutschland.

Der Begriff Ju-Jutsu stammt aus dem Japanischen und wird häufig als „die sanfte Kunst“ der Selbstverteidigung übersetzt: Ju bedeutet „sanft, nachgiebig, flexibel“ und Jutsu steht für eine Kunst oder Fertigkeit in ihrer praktischen Ausübung. Das Grundprinzip lautet: „Siegen durch Nachgeben“ – die Kraft des Angreifers aufnehmen und gegen ihn selbst verwenden.

Ju-Jitsu, Jiu-Jitsu, Ju-Jutsu – was ist denn nun richtig?

Tatsächlich sind alle diese Schreibweisen berechtigt; sie hängen schlicht vom historischen Kontext und der Transkription japanischer Schriftzeichen in lateinische Buchstaben ab.

Anfang des 20. Jahrhunderts kamen japanische Meister nach Deutschland und gaben ihr Wissen an erste deutsche Schüler weiter. Daraus prägte sich hierzulande zunächst der Begriff Jiu-Jitsu. Nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen sich viele Kampfkünstler dem Deutschen Judo Bund (DJB) an, aus dem sich nach und nach eigenständige Fachverbände (Karate, Aikido etc.) entwickelten.

Da sich diese Techniken hervorragend für die polizeiliche und behördliche Praxis eignen, entstand 1969 die Idee, die wirksamsten Elemente aus Judo, Karate und Aikido in einem neuartigen, modernen Selbstverteidigungssystem zusammenzufassen: Das moderne Ju-Jutsu war geboren.

Heute ist das System im Deutschen Ju-Jutsu Verband (DJJV) organisiert – einem der erfolgreichsten nicht-olympischen Spitzenverbände in Deutschland mit fast 50.000 Mitgliedern, zahlreichen World-Games-Siegern sowie Welt- und Europameistern.

Unser Trainingsaufbau

Im Ju-Jutsu gibt es ein transparentes, stufenweises Prüfungsprogramm. Sportler durchlaufen Schülergrade (Kyu) und anschließend Meistergrade (Dan). Unser Training gliedert sich in folgende Bereiche:

  • Technikerwerb & Fitness: Gymnastik, Fallschule, Bewegungslehre und koordinative Entwicklung.
  • Partneranwendung: Präzises Einüben von Schlag-, Tritt-, Hebel- und Wurftechniken mit dem Partner.
  • Freie Selbstverteidigung: Handlungssicherheit und Stressbewältigung in realistischen Angriffsszenarien.
  • Wettkampf & Randori (optional): Duo-Wettkampf, Fighting-System und Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) mit passender Schutzausrüstung.

Die 12 goldenen Werte

Besonders im Kinder- und Jugendtraining legen wir großen Wert auf Wertevermittlung: Respekt, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Mut und Disziplin stehen gleichberechtigt neben den sportlichen Leistungen.

Neugierig geworden? Komm einfach zu einem unserer Trainings vorbei und probiere es selbst aus!

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